Mitarbeiter-Burnout, das war die Antwort von vier Leitern der Kinderarbeit aus unserer Gegend, als ich sie nach dem herausforderndsten Teil ihres Dienstes fragte. Ich trug damals Informationen für die Gemeindegründung zusammen, in der ich bald mitarbeiten würde, und suchte Antworten auf Fragen wie diese: Wie führt man eine Arbeit mit Kindern? Was macht sie gesund?
Sieben Jahre später sitze ich auf der anderen Seite des Tischs und beantworte solche Fragen für eine neue Gemeindegründung. Und ich bin dem Herrn so dankbar, dass ich eine andere Antwort geben kann.
Ich definiere Mitarbeiter-Burnout als »einen chronischen Zustand emotionaler oder geistlicher Erschöpfung durch anhaltende Anforderungen im Dienst«. Zahllose Faktoren können in diesen Zustand führen. Statt eine Liste der Ursachen aufzustellen, möchte ich deshalb vier Wege zeigen, wie Leiter ihr Team vor dem Ausbrennen schützen können.
1. Eine klare, durchdringende Mission
Ein klares Leitbild für die Arbeit mit Kindern ist unverzichtbar. Mitarbeiter müssen verstehen, warum wir tun, was wir tun. Allerdings kann man ein Leitbild mühelos verkünden und trotzdem daran scheitern, es umzusetzen.
Ein Beispiel: Wenn unser Leitbild lautet, Kinder auf König Jesus hinzuweisen, aber unsere Abläufe, Schulungen und Erwartungen nicht ganz praktisch darauf ausgerichtet sind, dann ist das Leitbild nur etwas, das wir sagen, nicht etwas, das wir tun. Die Mission ist nicht durchgedrungen.
Ich möchte, dass unser Team versteht: Kinder auf König Jesus hinzuweisen ist viel mehr als die Bibellektion (aber nicht weniger als das). Wir können das Evangelium weitergeben, während wir ein aufgewühltes Kind trösten, während wir mit Eltern zusammenarbeiten, deren Kind mit Respekt kämpft, und während wir mit dem Willkommen des Herrn auf den Lippen und in unserer Haltung zum Dienst erscheinen.
Zu meinen stolzesten Momenten als Leiterin gehören die Sonntage, an denen Mitarbeiter berichteten: Es war ein wirklich herausfordernder Morgen, aber Jesus wurde verkündigt. Wenn unser Maßstab für Erfolg ist, wie brav sich die Gruppe verhalten hat oder wie reibungslos die Lektion durchgelaufen ist, fühlen sich Mitarbeiter schnell geschlagen. Dienen wir dagegen mit der gemeinsamen Mission, Kinder auf Jesus hinzuweisen, dürfen wir ermutigt sein, dass die Mission erfüllt ist, selbst wenn das Bastelprojekt nicht fertig wird (oder gar nicht erst angefangen).
Ein klares Leitbild fördert das erste Ja eines Mitarbeiters. Eine durchdringende Mission aber ermutigt ihn durchzuhalten, wenn es herausfordernd wird.
2. Fürsorge für Mitarbeiter
Der Gruppenraum ist nicht die einzige Herausforderung, der wir uns im Dienst stellen müssen. Herausforderungen kommen auch aus dem Leben außerhalb der Gemeinde: harte Zeiten, Trauer, Verletzungen, volle Wochen. Als Leiter müssen wir uns genauso bewusst um unsere Mitarbeiter kümmern, wie wir uns um die Kinder kümmern, denen wir dienen. Wir wollen keine Gemeinde sein, die nur sagt, dass sie ihre Mitarbeiter schätzt. Wir wollen aktiv für sie sorgen: körperlich, emotional und geistlich.
Vor Kurzem traf ein schwerer Verlust in der engsten Familie ein treues Ehepaar, das in unserem Kindergottesdienst mitarbeitet. Die Beerdigung war am Samstag, und für den Sonntag standen die beiden im Dienstplan. Ein fürsorglicher Leiter fragt nicht, ob sie den Sonntag frei haben möchten. Er sagt ihnen, dass sie frei nehmen, und versammelt dann das Team, um die Last des Dienstes gemeinsam zu tragen.
Es gibt immer einen Mitarbeiter, der den unerwarteten Segen einer Pause braucht, während ein anderer davon profitieren würde, dass man ihm mehr zutraut. Manche brauchen Ermutigung, andere eine sanfte Herausforderung. Wir werden das nie perfekt hinbekommen. Doch selbst in einer verpassten Gelegenheit steckt noch eine zweite Gelegenheit: für Vergebung und Demut. Auch das ist Fürsorge.
Wir leiten ein Team aus Menschen, nicht aus Robotern. Ja, wir wollen jeden Sonntag so vielen Kindern und Familien wie möglich dienen, aber nicht um den Preis, dass ein Teammitglied dabei verkümmert.
Wir wollen jeden Sonntag so vielen Kindern und Familien wie möglich dienen, aber nicht um den Preis, dass ein Teammitglied dabei verkümmert.
Vergiss nicht: Auch du bist ein Mitarbeiter in Gottes Königreich, der Fürsorge braucht. Achte darauf, dass es Menschen in deinem Leben gibt, die sich um dich kümmern, dich ermutigen und dich geistlich begleiten.
Denn für dich gilt: Mitarbeiter zu unterrichten, anzuleiten und zu lieben sollte aus dem Überfluss des eigenen geistlichen Wachstums geschehen.
3. Jüngerschaft hat Vorrang
Kinder zu unterrichten, anzuleiten und zu lieben sollte aus dem Überfluss des eigenen geistlichen Wachstums geschehen, nicht auf seine Kosten. Leider gibt es zahllose Szenarien, in denen Mitarbeiter überlastet sind und so viele Dienste im Krabbelraum übernehmen, dass sie selbst kaum noch im Gottesdienst oder in einer Bibelstunde sitzen. Es braucht Weisheit und Beziehung, um zu merken, wann sich jemand überfordert fühlt. Und es braucht sorgfältige Planung, um zu erkennen, wann jemand versehentlich für vier Dienste am Stück eingeteilt wurde.
Ich verwende absichtlich einen weniger effizienten Planungsprozess, damit ich genau im Bild bin, wer wo und wie viel dient. Das ist mühsam, aber es lohnt sich: So sehe ich, ob jemand aus Versehen vier Schichten hintereinander bekommen hat.
Wenn unsere Mitarbeiter mehr sein sollen als Körper, die Lücken füllen, müssen wir ihre Jüngerschaft fördern und regelmäßig fragen, ob sie als Glieder der Gemeinde gesund sind. Steht die geistliche Gesundheit eines Mitarbeiters auf dem Spiel, schließen wir lieber einen Gruppenraum, als ihn zum Dienst zu drängen.
4. Ein aufmerksamer Leiter
Ein häufiger Faktor beim Ausbrennen von Mitarbeitern ist das Gefühl, im Gruppenraum auf sich allein gestellt zu sein. Das hat weniger damit zu tun, zu viel zu dienen, als damit, ohne die erhoffte Unterstützung der Leitung zu dienen.
Mitarbeiter erzählen dann, dass sie einen Vormittag nur noch irgendwie überstehen. Oder dass sie ihr Bestes geben und trotzdem mit dem Gefühl nach Hause fahren, versagt zu haben. Sich nach so einem Vormittag zu verabschieden, kann wirklich erschöpfen. Mitarbeiter fragen sich: »Tue ich genug? Bin ich einfach nicht gut darin? Warum ist es immer so schwer?«
In solchen Situationen bewirkt ein aufmerksames Ohr sehr viel. Beug dich vor, um Sorgen, Schwierigkeiten und Fragen wirklich zu hören. Sei ein Leiter, der Feedback und Vorschläge ehrlich willkommen heißt. Aufmerksamkeit ist aber mehr als Zuhören. Sie handelt auf das, was sie hört. Das heißt: Vorschläge ernsthaft besprechen, hart an Lösungen arbeiten und die Mitarbeiter auf dem Laufenden halten, während du daran arbeitest.
Aufmerksamkeit ist mehr als Zuhören. Sie handelt auf das, was sie hört.
Mitarbeiter-Burnout ist in jedem Dienst eine reale Gefahr. Zum Glück muss er nicht Realität werden.

Wir müssen uns nicht entscheiden zwischen der Sorge für die Kinder und der Sorge für die Mitarbeiter. Wenn wir für unsere Mitarbeiter sorgen, sorgen wir für die Kinder, denen sie dienen. Und wenn wir im Blick behalten, dass die Arbeit für Jesus geschieht und in seiner Kraft, können wir ein Team von missionarisch denkenden, geistlich gesunden Männern und Frauen aufbauen, die Kinder auf das Evangelium hinweisen.
In Zusammenarbeit mit The Gospel Coalition. Original von Amy Hornbuckle auf thegospelcoalition.org. Ruth Delahaie und Andy Fronius vom Pulse-Team haben den Artikel übersetzt und an den deutschsprachigen Kontext angepasst.

