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Zur Einordnung: Was hier »Jugendpastor« heißt, entspricht bei uns dem Jugendreferenten oder hauptamtlichen Jugendleiter. Die Zahlen stammen aus den USA, aber die Fragen dahinter sind unsere: Auch im deutschsprachigen Raum bleiben Stellen lange unbesetzt, Ausbildungsjahrgänge werden kleiner, und vieles ruht auf ehrenamtlichen Schultern. Lies die Rezepte in diesem Text mit deutscher Brille: Kleine Formate, echte Elternarbeit und Langfristigkeit funktionieren hier genauso.

Kyle Hoffsmith wuchs in einer Jugendgruppe auf, die man getrost zu den wirksamsten der Welt zählen darf: Als er und seine beiden Brüder ins College kamen, wollten alle drei Pastoren oder Missionare werden, obwohl keiner ihrer Eltern hauptberuflich im geistlichen Dienst stand.

Aber keiner von ihnen wollte Jugendpastor werden.

»Im College hörte ich Tim Keller empfehlen, in eine kleine Gemeinde zu gehen und dort Menschen über lange Zeit zu begleiten, so wie er es selbst getan hat«, erzählt Hoffsmith. »Er sagte: Predige einen Berg von Predigten, mach alles, und dann schau, was Gott dir sagt, ob du bleiben oder gehen sollst. Diesen Weg wollte ich einschlagen.«

Das ist ein ziemlich guter Grund. Ein anderer: Jugendpastor zu sein ist schwerer geworden. Die Gen Z ist bekanntermaßen traurig, sozial ängstlich und komplett verplant. Die Jugendarbeit der Neunziger, mit viel Spiel, Pizza und Übernachtungsaktionen, zieht oft nicht mehr wie damals. Sich heute allein darauf zu verlassen, wirkt fast ein bisschen albern.

Das gilt besonders in der reformierten Bewegung, die ernsthafte Bibelarbeit hochhält und in der manche argumentieren, Jugendarbeit sei am besten Sache der Eltern.

Wenig überraschend haben diese Verschiebungen zu einem Mangel an Jugendpastoren geführt. Von 230 offenen Stellen auf der Jobbörse von The Gospel Coalition betreffen 46 die Arbeit mit Teenagern, mehr als jede andere Kategorie außer der des Associate Pastors.

»Ich bekomme mindestens einmal pro Woche eine Nachricht von einer Gemeinde, die einen Jugendpastor sucht«, sagt Zach Cochran, Vizepräsident für Operations bei The Gospel Coalition, der die meisten der letzten 26 Jahre mit Jugendlichen und Jugendpastoren gearbeitet hat. »Es hört einfach nicht auf.«

»Die Nachfrage nach Jugendpastoren ist viel größer als die Zahl derer, die es machen wollen«, bestätigt Sam Bierig, Dekan des Spurgeon College am Midwestern Baptist Theological Seminary. »Ich bekomme viele Anrufe und Nachrichten von suchenden Gemeinden. Aber meine Studenten rennen mir nicht die Tür ein, um eine Stelle in der Jugendarbeit zu bekommen.«

Die meisten sind eher wie Hoffsmith, der ausdrücklich dazusagte, dass er an Jugendarbeit nicht interessiert sei, als er Freunde bat, mit ihm über berufliche Türen zu beten.

»Natürlich öffnete Gott mir dann die Tür zu einem Jugendarbeits-Praktikum in einer Gemeinde«, sagt er. »Daraus wurde eine Vollzeitstelle als Jugendpastor.«

Inzwischen arbeitet Hoffsmith seit 13 Jahren mit Jugendlichen, unter wechselnden Titeln. Viele seiner Freunde sind in der Zeit vom Jugendpastor zum Hauptpastor, Executive Pastor oder Gemeindegründer aufgestiegen. Während Corona wollte auch er hinwerfen.

»Und dann habe ich eine bewusste Entscheidung getroffen«, sagt er. »Ich habe beschlossen, alles in diesen Job zu geben, als wäre ich Hauptpastor.«

Heute investiert Hoffsmith ernsthaft Zeit ins Bibelstudium und in die Vorbereitung seiner Einheiten unter der Woche. Er hat gute Beziehungen zu den Eltern aufgebaut. Mehr Jugendliche kommen zu seinen Treffen und in seine wachsende Zahl von Bibelkreisen. Und als er die Oberstufenschüler vor ein paar Jahren fragte, ob sie J. I. Packers »Concise Theology« durcharbeiten wollen, meldeten sich 42 an.

»Es waren die besten sechs Jahre meines Lebens«, sagt er. »Wir sehen richtig gute Frucht.«

Zurück in die Vergangenheit

Zeitstrahl der Jugendarbeit: von Kleingruppen und Rallys in den 1940ern über volle Räume 1990 bis 2010 bis heute: Tiefe statt Menge

»Die moderne Jugendarbeit begann als Werkzeug der Evangelisation, nicht der Jüngerschaft«, sagt Cochran.

Er verweist auf Jim Rayburns Young Life und Billy Grahams Youth for Christ. Beide starteten in den 1940ern, und obwohl die Mittel verschieden waren (Kleingruppen in Wohnzimmern hier, Massenveranstaltungen in Stadien dort), war das Ziel dasselbe: Menschen retten. Beide Bewegungen waren enorm populär, zogen Tausende an und breiteten sich rasant über den Globus aus.

In den Siebzigern erkannten Gemeinden diesen Erfolg und begannen, eigene Jugendmitarbeiter einzustellen, oft ehemalige Leiter von Youth for Christ oder Young Life, um diese Strategien zu übernehmen. Mit der Zeit kamen die unterhaltsamen, eventbasierten Methoden der besucherorientierten Bewegung dazu.

Das Timing war perfekt.

»Zwischen 1990 und 2010 konntest du mit den Fingern schnipsen und hattest 100 Schüler beisammen«, sagt Cochran. Diese Teenager der Vor-Smartphone-Ära gingen oft auf dieselbe Schule, konnten Auto fahren und hatten Geld vom Ferienjob in der Tasche. Sie wollten raus aus dem Haus und zusammen sein. Der Jugendsport hatte noch nicht alle Abende und Wochenenden verschluckt. Und Eltern in einem überwiegend christlichen Amerika waren begeistert, dass ihre Kinder mit christlichen Freunden unterwegs waren.

»Jugendarbeit war die coole, lustige Version von Kirche«, sagt Adam Griffin, der Jugendpastor, Lehrer an einer staatlichen Highschool und Young-Life-Leiter war, bevor er Hauptpastor der Eastside Community Church in Dallas wurde. »Und genau so haben Gemeinden sie verkauft: Jugendgruppe ist das Highlight deiner Woche! Camp ist die beste Woche deines Lebens!«

Die Jugendarbeit der Neunziger, mit viel Spiel, Pizza und Übernachtungsaktionen, zieht oft nicht mehr wie damals.

Folgerichtig sah Jugendpastor nach dem besten Job der Welt aus. Man wurde dafür bezahlt, all die schönen Dinge zu tun: Junkfood essen, absurde Spiele spielen, mit den coolen Kids abhängen.

Aber es gab ein Problem: »Wir haben die Kids nicht darauf vorbereitet, gegen den Strom zu schwimmen, in einer Kultur, die sie für ihre Nachfolge hassen würde«, sagt Griffin. In den vergangenen 25 Jahren, während Christsein weniger cool und weniger selbstverständlich wurde, haben 40 Millionen Amerikaner der Kirche den Rücken gekehrt. Viele Gemeindekinder gingen mit.

Jüngerschaft

Alarmiert ruderten reformierte Leiter bei vielen besucherorientierten Strategien zurück. Sie stellten Schülerarbeit unter die Autorität der Ortsgemeinde, betonten die Verantwortung der Eltern für die geistliche Prägung ihrer Kinder und setzten auf auslegende Verkündigung. Sie ermutigten Jugendpastoren, langfristig auf ihren Stellen zu bleiben, und produzierten Ressourcen und Material, das dabei hilft.

Graph: Die Kurve volle Räume fällt, die Kurve Tiefe steigt, sie kreuzen sich um 2010: der Shift

Und in vielem wurde die Jugendarbeit dadurch besser.

»Die meisten, die ich mit starker Schülerarbeit kenne, sind wortzentriert und evangeliumszentriert«, sagt Bierig.

Einer von ihnen ist Hayden Holmes, Pastor für Familien und Schüler der Sojourn Church J-Town in Louisville, Kentucky.

»Ich bin in einer klassischen Southern-Baptist-Gemeinde in Oklahoma aufgewachsen, wo die Bibel gelehrt und das Evangelium geglaubt wurde«, erzählt er. »Es gab viele große, energiegeladene Events, um möglichst viele Leute reinzuholen und ihnen das Evangelium zu sagen. Jüngerschaft hieß im Kern: Lade deine Freunde zur Gemeinde ein und erzähl anderen von Jesus. Ich habe das geliebt, aber prägende Jüngerschaft oder das Durcharbeiten biblischer Bücher kamen zu kurz.«

Während eines Praktikums an der Henderson Hills Baptist Church stieß er auf reformierte Theologie.

»Die erste Konferenz, zu der man mich schickte, war ein Simeon-Trust-Workshop«, sagt er. »Das hat mich umgehauen. Ich ging raus und dachte: Warum sollte ich nicht einfach durch die Bücher der Bibel gehen und lehren, was dasteht?«

Genau das tut er bis heute: im Herbst durch biblische Bücher, im Frühjahr durch Lehre und Theologie, etwa das Vaterunser oder das Apostolische Glaubensbekenntnis. Er zieht keine Hunderte. Aber an einem gewöhnlichen Mittwochabend sitzen 60 bis 70 Jugendliche vor ihm.

»Sie reagieren darauf, sie wollen das«, sagt er. »Wir kommen gerade vom Camp zurück. Dr. Hershael York, einer meiner Professoren am Southern Seminary, war unser Camp-Pastor. Er ist Mitte 60, und ich war etwas nervös, wie unsere Kids auf ihn reagieren würden.«

Die ganze Woche hielt York Predigten, die »genauso gut in irgendeinem Sonntagsgottesdienst hätten gehalten werden können«, sagt Holmes. »Er stand einfach da, lehrte die Bibel, ganz er selbst.«

Am Ende der Woche füllten die Teenager Feedbackbögen aus.

»Es war hundertprozentig: Dr. York ist großartig. Wir lieben ihn«, sagt Holmes.

Nur: Leichter als früher ist sein Job deshalb nicht. Und der keines anderen Jugendpastors.

Kleiner und härter: die Teenager

Gruppe von Teenagern vor einem Maschendrahtzaun
Photo by Eliott Reyna / Unsplash

»Ich habe mal einen Podcast gehostet, über 100 Gespräche darüber, wie man Schülern die Bibel beibringt«, sagt Hoffsmith, der heute einen anderen Podcast über Jugendarbeit betreibt und ein Buch dazu geschrieben hat. »Und der beste Satz aus all diesen Stunden kam von einem echten Jugendpastor: Der Grund, warum es schwer ist, Mittelstufenschülern die Bibel beizubringen, ist, dass es schwer ist, Mittelstufenschülern die Bibel beizubringen.«

Das war schon immer so. Aber in den letzten 25 Jahren ist es spürbar schwerer geworden.

»Weil der Kontext eines Teenagers heute härter ist«, sagt Hoffsmith.

Er meint nicht härter im Sinne von Krieg oder allein mit dem Beil im Wald. Die Gen Z ist mit Abstand die wohlhabendste, gebildetste, körperlich sicherste und technologisch fortschrittlichste Generation der Geschichte.

Die Ironie: Genau dieser Wohlstand macht ihren Alltag schwerer. Sie kämpfen mit Pornosucht, mit übermäßiger Abhängigkeit von KI und mit einer Hypersensibilität für alles rund um Mental Health.

Ein weiteres Problem: »Die Kids können nicht mehr miteinander reden«, sagt Hoffsmith. »Beim Zocken können sie reden und texten, aber nicht im echten Leben.«

Sie daten sogar so, sagt er. Er erkennt die Pärchen kaum noch, weil sie nicht persönlich miteinander sprechen.

Sozial ängstliche Schüler sind ein Kernproblem für Jugendgruppen, denn diese Treffen bringen Kids zusammen, die nicht auf dieselbe Schule gehen. Gerade seit der Pandemie haben viele Eltern Privatschulen, Bildungsinitiativen oder Homeschooling gewählt.

»Heute kommen alle als Fremde in die Jugendgruppe, außer sie sind in derselben Gemeinde groß geworden«, sagt Cochran. »Der wichtigste Schlüssel der Jugendarbeit ist gerade die Beziehungsdichte unter den Kids. Du musst sie aktiv fördern.«

Der beste Weg dafür ist der lange: Kinder, die sich seit dem Kleinkindalter jede Woche in der Gemeinde sehen.

»Der wichtigste Schlüssel der Jugendarbeit ist gerade die Beziehungsdichte unter den Kids.«

Aber Hoffsmith arbeitet an einem zweiten Weg.

»In die Schulen selbst kommt man wegen der Bürokratie schwer rein«, sagt er. »Also suche ich Cafés in der Nähe von Highschools und mache dort Bibelkreise, vor oder nach der Schule.«

Aufgeschlagene Bibel neben einer Kaffeetasse auf einem Holztisch
Photo by Priscilla Du Preez / Unsplash

Es sind bescheidene Formate: Bis alle ihren Kaffee haben und sitzen, bleiben etwa sechs Minuten für eine kurze Auslegung eines Psalms und Gebet für die Schule. Aber die Frucht ermutigt ihn, dranzubleiben. Mal kommt ein Freund spontan dazu, mal hört ein Erwachsener am Nebentisch mit und spricht Mut zu. Mal sind es die guten Gespräche in den drei Minuten im Gemeindebus, wenn er die Schüler danach zur Schule fährt.

»Wir haben erlebt, wie Gott Gebete erhört«, sagt Hoffsmith. »Ein Junge, für den wir gebetet haben, hat in der Jugendgruppe zum Glauben gefunden.«

Dieses Jahr liefen zwei Bibelkreise in der Nähe staatlicher Schulen, einer bei einer Berufsschule und einer an einer Highschool über die Fellowship of Christian Athletes. An der christlichen Schule leiten inzwischen Schüler selbst einen Kreis, ein weiterer für Homeschooler ist geplant.

Mittlerweile kommen mehr Kids zu den Bibelkreisen als zum Wochentreffen. Nächstes Jahr will er alle Kreise auf denselben Tag legen, um die Schüler von dort in die wöchentliche Jugendgruppe zu katapultieren.

»Schon jetzt gilt: Wer zum Schul-Bibelkreis kommt, kommt mit etwas höherer Wahrscheinlichkeit auch zum Wochentreffen«, sagt er.

Kleiner und härter: die Eltern

Gruppe von Erwachsenen im Gespraech an einem Tisch
Photo by volant / Unsplash

»Elternschaft hat sich verschoben«, sagt Griffin. »Es ist nicht nur das, was diese Generation erlebt, und nicht nur die Technologie. Es sind diese Generationen-Pendelschläge, Reaktionen auf die Ideen unserer eigenen Eltern.«

Anders als frühere Generationen bringen Eltern ihre Kinder heute eher zur Beratung, leben öfter in Patchwork-Familien und legen mehr Wert auf eine enge emotionale Beziehung zu ihren Kindern.

»Die meisten Eltern würden zugeben, dass sie ihre Kinder vergöttern, oder zumindest Teile ihres Lebens«, sagt Hoffsmith.

»Die Schattenseite sind undisziplinierte oder ungeprägte Kinder, weil Eltern Angst haben, ihnen harte Dinge zu sagen oder sie Schwieriges durchstehen zu lassen«, sagt Griffin. »Die gute Seite: Es gibt eine sicherere Beziehung zwischen Eltern und Kindern, um über harte Dinge zu reden.«

Eine weitere gute Seite: Eltern reden heute bereitwillig mit Jugendpastoren über ihre Kinder.

»Eltern fragen ständig: Was machen wir falsch?«, erzählt Holmes. »Und ich sage: Sie sind heute ungefähr das sechste Elternteil, mit dem ich darüber spreche. Ihre Kinder kommen in die Pubertät, die Hormone spielen verrückt, ihr streitet euch. Ihr seid außerdem sehr normal.«

Vor ein paar Jahren beschloss Hoffsmith, genau daraus etwas zu machen.

»Wir haben Eltern-Connect-Gespräche gestartet«, sagt er. »Wie Elternsprechtage, nur mit dem Jugendarbeits-Team.«

Hoffsmith beginnt diese Gespräche mit der Frage, wie er für das Kind beten kann.

»Jesus sagt: Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über«, sagt er. »Am Gebetsanliegen erkenne ich, wo Eltern und Kind stehen und wohin das Gespräch gehen muss.«

Wie in einer Arztpraxis macht sein Team Notizen, um beim nächsten Termin anzuknüpfen. Einmal im Jahr wird eingecheckt, und wenn etwas hochkommt, ist ein Zwischentermin schnell vereinbart.

»Ich könnte dir Dutzende Geschichten erzählen, wie aus diesen Gesprächen echter Dienst an den Kids geworden ist«, sagt er. »Wenn mir Eltern im Herbst sagen, ich glaube, unser Kind kämpft gerade, dann habe ich ein Auge darauf. Wenn sich später herausstellt, dass ein Kind lügt oder mit seiner Sexualität ringt, habe ich es schon auf dem Radar. Ich habe schon eine Beziehung zu den Eltern. Sie vertrauen mir, und jetzt können wir gemeinsam handeln.«

Wie die kleinen Bibelkreise kosten Einzelgespräche Zeit, viel mehr Zeit als ein großer Elternabend im Herbst, an dem man das Jahresprogramm und das Ziel der Missionsreise erklärt.

Aber sie waren bei den Oberstufeneltern so hilfreich, dass Hoffsmith sie erst in der Mittelstufe und dann in allen Altersstufen der Kinder- und Jugendarbeit eingeführt hat.

»Eltern brauchen Hilfe«, sagt er. »Eltern tragen am Ende die Verantwortung für ihre Kinder. Sie müssen wissen, was ein Jugendpastor in ihrem Kind sieht, und ein Jugendpastor muss wissen, was die Eltern sehen.«

Manchmal sind diese Gespräche hart. Aber sie sind immer reich.

»Wenn ich mich mal frage, warum mache ich diesen Job überhaupt, dann setze ich einfach ein paar Eltern-Connect-Gespräche an«, sagt Hoffsmith. »Ich darf mit Eltern über Dinge reden, über die sie sonst mit niemandem reden. Ich habe das Gefühl, wir erreichen ganze Familien, und das gibt mir Kraft für alles andere. Es hat Jahre gedauert, das aufzubauen, aber es ist das Beste.«

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Eltern-Connect auf einen Blick: die Idee zum Herauslösen für deine Arbeit:

Format: Einzelgespräch mit den Eltern, wie ein Elternsprechtag, nur mit dem Jugendarbeits-Team. Einmal pro Jahr und Familie, bei Bedarf öfter.
Einstieg: »Wie kann ich für euer Kind beten?« Das Anliegen zeigt dir, wo Familie und Kind wirklich stehen.
Notizen: Kurz dokumentieren wie in einer Praxis und beim nächsten Gespräch anknüpfen.
Wirkung: Frühwarnsystem für Krisen, Vertrauensbasis für den Ernstfall, und ganz nebenbei Seelsorge an den Eltern.
Skalieren: Erst Oberstufe, dann Mittelstufe, dann alle Altersstufen der Kinder- und Jugendarbeit.

Verbindung zur Gemeinde

Hoffsmiths erstes Ziel in der Jugendarbeit ist, den Schülern die Bibel beizubringen. Sein zweites: sie mit der Gemeinde zu verbinden. Er ermutigt die Kids, mit ihren Eltern in den Gottesdienst zu gehen, mit den Älteren zu singen und Wege zu finden, sich einzubringen.

Dabei stellt er fest: Je mehr er ihnen zutraut, desto besser.

»Ich glaube, Langeweile mit Kirche ist ein großes Thema«, sagt er. »Wenn wir Kids Schablonenantworten geben, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie gehen. Aber wenn wir die Messlatte höher legen, habe ich das Gegenteil erlebt.«

»Wenn wir Kids Schablonenantworten geben, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie gehen.«

2020 begann Hoffsmith, über Zoom theologische Bücher mit seinen Jugendlichen zu lesen.

»Ich habe die Kids eingeladen, die wirklich ein Buch lesen würden«, sagt er. Das war der Keim einer anderen Kultur, und sie wuchs weiter. Jedes Jahr meldeten sich mehr an. Nach Corona traf er sich mit ihnen persönlich. Dann begann er, sie mit älteren Menschen aus der Gemeinde zusammenzubringen.

»Jede Woche lesen sie für sich, dann treffen sie sich mit einem Erwachsenen aus der Gemeinde, zwischen Sonntagsschule und Gottesdienst«, sagt er. »Die Treffen sind bewusst nur 12 bis 20 Minuten lang, das ist keine einstündige Diskussion im Café. Genug Zeit, um über das Gelesene zu sprechen und den Kids Zeit mit Erwachsenen zu geben, die nicht ihre Eltern sind.«

Vor zwei Jahren nahm er Packers »Concise Theology« durch. Letztes Jahr arbeiteten die Gruppen »Hope for All the Earth« von Mitchell Chase, Professor am Southern Seminary, durch, dieses Jahr steht »The End in Mind« von Ian Carmichael und Marty Sweeney an.

Dieses Format ist nicht für jeden Teenager das Richtige, und auch nicht für jeden Erwachsenen. Aber bei denen, die sich anmelden, wirkt es doppelt: Es baut theologische Substanz auf und Beziehungen zwischen den Generationen.

»Ich musste dafür jahrelang den Boden bereiten«, sagt Hoffsmith. »Aber daraus sind Dutzende und Aberdutzende Kids geworden.«

Jugendpastoren heute

Der Ruf des Jugendpastors leidet bis heute unter den Neunzigern mit ihren Goldfisch-Wettschlucken, Untergrundkirche-Spielen und durchgemachten Nächten. Als ein Verwandter erfuhr, dass Holmes in der Jugendarbeit arbeitet, fragte er: »Heißt das, du fährst mit Kids zur Baseball-Schlaganlage?«

Aber das Berufsbild hat sich auch geweitet, ganz natürlich, in Richtung Familienarbeit. In den letzten acht Jahren wurde Hoffsmith vom Pastor für die Oberstufe zum Pastor für die gesamte Schülerarbeit und schließlich zum Pastor für Familienarbeit befördert. Auf der TGC-Jobbörse steckt fast ein Viertel der Jugendarbeits-Stellen in größeren Familien-, NextGen- oder Jüngerschafts-Profilen.

Diese Verschiebung erlaubt mehr Verantwortung, bessere Bezahlung und längere Verweildauer.

»Richtig Frucht habe ich ab dem fünften Jahr gesehen«, sagt Hoffsmith. »Wenn Gott mich woandershin ruft, gehorche ich. Aber inzwischen bin ich so verwoben mit dem Gemeindeleben, mit dem Leben der Teenager und ihrer Eltern, dass ich schneller weiter komme.«

Seine Wirksamkeit ist ein Argument für Langfristigkeit, auch wenn er selbst nicht dogmatisch damit umgeht.

»Ich würde nicht sagen, dass es falsch ist, Jugendarbeit als Sprungbrett zu sehen, denn man lernt enorm viel in der Arbeit mit Jugendlichen«, sagt er.

Holmes stimmt zu.

»Gut gemacht, ist Jugendarbeit das beste Trainingsfeld überhaupt«, sagt er. »In so vielen Situationen fallen Erwachsene in ihr Mittelstufen-Ich zurück. Vielleicht mit etwas mehr Fassade, aber wenn du sie emotional reagieren siehst, denkst du: Oh, dasselbe Thema hatte ich letztes Jahr im Camp mit zwei Siebtklässlern.«

Der Vorteil liegt dabei bei den Mittelstufenschülern, die formbarer sind als ihre Eltern.

»Ich will den Zement bearbeiten, solange er feucht ist«, sagt Hoffsmith. »Mein Ziel ist, dass meine Schüler jetzt lernen, Jesus zu folgen, und Gewohnheiten aufbauen, die sie durch die nächsten sieben Jahrzehnte tragen. Ich ziele ehrlich gesagt darauf, dass sie mal ihren Enkeln beibringen, Jesus zu folgen.«

»Ich will den Zement bearbeiten, solange er feucht ist.«

Rat für Gemeinden

Wenn Gemeinden bei Bierig anrufen und einen Jugendpastor suchen, warnt er sie: Diese Stelle ist schwer zu besetzen. Er schlägt vor, sie als Associate-Pastor-Verantwortung zuzuschneiden. Und er rät ihnen, in der eigenen Gemeinde nach jemandem zu suchen, den sie aufbauen können.

Wenn all das scheitert, sollen sie das Programm notfalls mit ehrenamtlichen Eltern am Laufen halten.

»Ein Körper in Bewegung bleibt in Bewegung«, sagt er.

Insgesamt sei die Jugendarbeit heute gesünder als in den goldenen Neunzigern, sagt er. »Weder der Pastor noch das Kind sind verwirrt darüber, warum sie da sind. Wenn die Schüler lange genug vom Handy aufschauen, um zu sagen, mein Leben ist furchtbar, dann kannst du ihnen helfen. Darauf hast du Antworten.«

Genau deshalb ist Bierig optimistisch für die Schülerarbeit.

»Ich bin da unglaublich zuversichtlich«, sagt er. »Der Herr baut sein Reich weiter. Ich bin sehr gespannt, wohin die Zukunft der Schülerarbeit geht.«

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In Zusammenarbeit mit The Gospel Coalition. Original von Sarah Eekhoff Zylstra: »The Case of the Missing Youth Pastors«. Deutsche Fassung: Pulse-Team.