Vor Kurzem habe ich bei einem wöchentlichen offenen Jugendtreff mitgeholfen, und an diesem Abend tauchte nur ein einziger Teenager auf. Ian war achtzehn und kam seit ein paar Jahren vorbei, um zu kicken und Billard zu spielen. Wir führten regelmäßig Gruppengespräche über Gott, aber Ian zeigte daran wenig Interesse und blieb meistens ziemlich still.

An diesem Abend überraschte es mich, dass Ian blieb, trotz der sozialen Unbeholfenheit, der einzige Teenager im Raum zu sein. Wir machten Smalltalk beim Billard, und dann kamen Gemma, die andere Ehrenamtliche, und ich ins Gespräch über Gott. Wir beide hatten uns wegen des üblichen Lärms und Chaos nie richtig kennenlernen können. Jetzt sprachen wir ziemlich lange darüber, wie Gott zum ersten Mal in unser Leben gekommen war und uns wirklich verändert hatte. Ian hörte dem ganzen Gespräch still zu (während er mich am Billardtisch vernichtete).

Ich war begeistert, dass Ian dabei gewesen war, als wir offen und ehrlich über Gott geredet hatten. Ich wollte unbedingt wissen, was er dachte. Beim Rausgehen fragte ich: »Was hast du aus alldem mitgenommen? Das war wahrscheinlich das längste Gespräch über Gott, das du seit Langem gehört hast, oder?«

»Ja, war interessant«, antwortete er, gefolgt von langem Schweigen.

»Hat es dich denn zum Weiterdenken gebracht?«

»Hmm … ich weiß nicht. Ich finde es gut, dass ihr glaubt und dass es euch hilft. Ich weiß, dass es für viele Leute echt ist. (Wieder Stille.) Aber ich habe nie wirklich verstanden, was es mir bringen soll.«

Das war's. Mehr sagte Ian nicht.

Ich war völlig ratlos. Wie konnte alles, was wir geteilt hatten, einfach so an ihm »abprallen«? Wie konnte er darin keinerlei Bedeutung für sein eigenes Leben sehen?


Die Gen Z (und wir glauben: auch die älteren Generationen) stellt zunehmend weder die Fragen über den Glauben, von denen wir denken, dass sie sie stellt, noch die Fragen, die wir uns von ihr wünschen.

Wir würden uns freuen, wenn sie Fragen über Jesus hätte, über die Bibel und das Christentum. Es wäre großartig, wenn sie aktiv nach dem Sinn ihres Lebens oder dem Sinn des Lebens überhaupt fragen würde. Aber die meisten tun es einfach nicht.

(Bevor wir übertreiben: Manche Teenager und junge Erwachsene fragen sehr wohl nach dem Sinn ihres Lebens. Aber unserer Erfahrung nach braucht es einiges an Mühe, diese Fragen an die Oberfläche zu holen.)

Für viele in der Gen Z fühlt sich das »Heute« so chaotisch und außer Kontrolle an, dass kaum Energie bleibt, über das Morgen nachzudenken. Und bei all der Unsicherheit in der Welt: Wie klug ist es überhaupt, langfristige Pläne zu machen? Deshalb fühlt es sich oft so viel leichter an, sich der endlosen Auswahl an Ablenkungen und Vergnügungen hinzugeben, die uns glücklich und unterhalten halten, statt über eine mögliche existenzielle Krise nachzugrübeln.

In vielerlei Hinsicht ist die Gen Z gegen die Suche nach einem übergeordneten Sinn regelrecht geimpft worden. Teenager und junge Erwachsene verlassen den Naturwissenschaftsunterricht betäubt von naturalistischen und materialistischen Erklärungen des Universums, Erklärungen, die alles Transzendente oder Metaphysische aus der Gleichung streichen. Diese Erklärungen haben jedes Gespür für eine geistliche Wirklichkeit oder eine geistliche Natur begraben und eine Generation geschaffen, die oberflächlich glaubt: »Es gibt wahrscheinlich keinen einen Sinn des Lebens, und falls doch, könnten wir ihn nicht erkennen.«

Es wäre aber falsch zu schließen, dass die Gen Z gar keine Fragen stellt. Sie hat Fragen. Nur sind es andere, als die meisten von uns Christen beantworten. Ihre Fragen sind extrem praktisch.

Welche Fragen stellt sie also? Hier sind drei, und drei praktische Wege, wie du anfangen kannst, sie zu beantworten:

1. »Schön, dass du glaubst. Aber warum sollte mich das interessieren?«

Wir können dieser Generation zeigen, dass sie längst interessiert ist, sie weiß es nur noch nicht. Jeder Mensch trägt Sehnsüchte in sich, die sich durch physikalische Erklärungen oder Materie allein weder erklären noch stillen lassen. Wie Salomo in Prediger 3,11 schreibt: »Gott hat die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt.« Die Herausforderung: Diese Sehnsüchte liegen unter einer »dicken Schicht kulturellen Staubs« begraben. Die Sehnsucht, dass die Welt ins Lot kommt. Das Verlangen, mit jemandem außerhalb von uns selbst verbunden zu sein, der uns helfen kann. Die Suche nach Frieden und Erfüllung. Und das Gespür, dass es an dieser Welt mehr gibt, als wir in diesem Leben sehen und erleben können.

Statt über Gottes Existenz zu debattieren, ist unsere Aufgabe bei der Generation Z eine andere: den Staub wegwischen, diese Sehnsüchte wecken und sie als das Verlangen der Seele deuten, sich mit dem Gott zu verbinden, den sie noch nicht kennt.

2. »Wie würde der Glaube an Gott mein Leben besser machen?«

Als Christen beginnen wir evangelistische Gespräche typischerweise damit, zu erklären, wie wir durch Jesus mit Gott ins Reine kommen können. Aber für eine Generation, die Gott nicht kennt und gar nicht erst nach ihm sucht, klingt das Angebot der Vergebung noch nicht nach guter Nachricht. Wir brauchen also einen praktischeren Ausgangspunkt, der die Generation Z zu Gott hinziehen kann.

Natürlich wollen wir die ganze Evangeliumsbotschaft und unsere eigenen Glaubensgeschichten weitergeben. Aber für eine Altersgruppe, die instinktiv fragt »Funktioniert der Glaube?«, ist es am Anfang überzeugender zu hören, wie Gott unser Leben heute besser macht.

Unsere Aufgabe ist deshalb zu zeigen, wie die Verbindung mit Gott uns im ganz alltäglichen »Kram« des Lebens hilft. Gott hilft uns, durch schwere Zeiten zu kommen, denen zu vergeben, die uns verletzt haben, für andere da zu sein, das Leben als Abenteuer zu leben und uns nicht darum zu sorgen, was andere über uns denken, weil wir Gewissheit haben, als wen er uns gemacht hat.

3. »Warum sollte ich jemand anderem die Kontrolle über mein Leben geben?«

Unterordnung kommt im Soundtrack unserer Gesellschaft nicht gut weg. Die Frage nach dem Abgeben von Kontrolle ist aber eine echte, ehrliche Frage, und wir können lernen, sie zu beantworten.

Oft beginnt es damit, unsere eigenen Geschichten zu erzählen: von den Momenten, in denen wir die Kontrolle übernommen haben und unsere Pläne nicht aufgegangen sind. Statt zu Freiheit und Unabhängigkeit zu führen, endeten unsere Versuche, uns selbst an die erste Stelle zu setzen, oft in Leere und Zerbruch. Wir haben Chaos angerichtet: in unserem Leben, im Leben der Menschen um uns herum und manchmal sogar auf dem Planeten, auf dem wir leben. Die Generation Z, die oft von Versagensangst und dem Gefühl geprägt ist, fehlerhaft zu sein, kann sich mit diesen Erfahrungen leicht identifizieren.

Während wir zeigen, dass unser selbstbezogenes Verhalten selten zu dem erfüllten Leben führt, das wir uns ausmalen, können wir zugleich sichtbar machen, dass Gott sich als vertrauenswürdig erwiesen hat. In unserem eigenen Leben, wie im Leben unzähliger Menschen in der Bibel und in der Geschichte, sehen wir: Gott ist gut, seine Pläne für uns sind gut, und seine Wege »funktionieren«.

Es wird immer ein schwerer Willensakt bleiben, die Führung unseres Lebens an jemand anderen abzugeben. Aber wir können denen, die nach uns kommen, vorleben: Statt uns dabei irgendwie selbst zu verlieren, ist es eine Erleichterung, Gott führen zu lassen.


Die praktischen Fragen der Generation Z brauchen praktische Antworten: geboren aus unseren eigenen Erfahrungen als Christen, weitergegeben auf dem gemeinsamen Weg mit ihnen. Genau dafür haben wir bei Start to Stir den Stir-Kurs entwickelt, der geistliche Neugier weckt und Schritt für Schritt zu Jesus führt.

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Wir können dieser Generation zeigen, dass sie längst interessiert ist. Sie weiß es nur noch nicht.

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In Zusammenarbeit mit Start to Stir. Original von Darin Stevens: »3 Gen Z Questions About Faith you Probably are not Answering«. Deutsche Übersetzung: Andy Fronius (Pulse-Team).