»Vertraut uns, hundertprozentig. Wir wissen, dass wir genau hier sind!«, sagten James und Emily und zeigten, fälschlicherweise, auf einen Punkt auf der Karte.

Ich hatte gerade unsere zwei selbstbewusstesten Gap-Year-Studenten ausgewählt, die Wanderung des Tages zu führen, und ich wusste: Seit zwei Stunden führten sie uns den falschen Weg entlang. Der Rest der Gruppe wurde langsam unruhig, und ich schlug vor, dass alle mal die Köpfe zusammenstecken. Schließlich überzeugte David, der am wenigsten draufgängerische Student (der zugleich der beste Navigator war), die beiden von ihrem Irrtum und brachte uns zurück auf den richtigen Weg.

»Ist euch nicht aufgefallen, dass wir seit der Linkskurve am Parkplatz auf demselben Pfad laufen wie gestern?«, sagte er. »Wir können also nicht hier sein (zeigt auf die Karte). Und diese Route bringt uns niemals dorthin« (zeigt nachdrücklich auf unser eigentliches Ziel).

Wenn es darum geht, unseren Glauben weiterzugeben, hören wir von Leitern oft den Appell an die Gemeinde: »Wir müssen einfach mutiger sein!« Aber was bringt Mut in die komplett falsche Richtung?

Um bei der Wander-Analogie zu bleiben: Ist es nicht viel wichtiger, unseren Startpunkt zu kennen, unser Ziel und etwas über die besten Wege dorthin? Und wenn unsere Gemeinde mit uns unterwegs sein soll: Sollten wir sie nicht auf mögliche Stolperfallen vorbereiten, die sie sonst aufgeben lassen, wenn es schwierig wird?

Beim Trekking nützt die Fähigkeit, eine Karte zu lesen, wenig, wenn du sie nicht mit den Wegmarken vor dir verbinden kannst. Bei der Evangelisation nützt die Fähigkeit, die Evangeliumsbotschaft zu lesen, wenig, wenn du sie nicht klar in die Kultur um dich herum hinein kommunizieren kannst.

Der Apostel Paulus scheint diese Fähigkeit gemeistert zu haben, als er sich zwischen den Juden und gottesfürchtigen Griechen bewegte (Apostelgeschichte 13-16) und dann weiter zu den Philosophen auf dem Areopag in Athen (Apostelgeschichte 17). Je nach Grundüberzeugungen, gefühlten Bedürfnissen und Wahrheitskriterien seines Publikums wählte er sehr unterschiedliche Startpunkte und Wege zum Evangelium. Für die Juden und gottesfürchtigen Griechen verwies Paulus auf den verheißenen Messias. Bei den philosophischen Athenern aber begann er mit ihren eigenen Dichtern, die auf Hinweise zeigten, die Gott ins menschliche Herz gelegt hat.

Und unsere Kultur heute? Bei Start to Stir stoßen wir immer wieder auf zwei Startpunkte, zwei »Einstiege in den Wanderweg«, die Gemeindeleiter heute kennen müssen, wenn sie ihre Gemeinden in eine gute Richtung schicken wollen, ausgerüstet mit dem richtigen Gepäck. Schnell wird klar: Unser Training muss deutlich mehr umfassen, als nur »mutig« zu sein und Menschen aufzufordern, einem Jesus zu folgen, von dem sie noch nie gehört haben, oder einen Gott um Vergebung zu bitten, den sie gar nicht kennenlernen wollen.

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Startpunkt 1: Schlichte Gleichgültigkeit. Das Schild sagt: »Interessiert mich nicht. Ich sehe nicht, was Gott mit meinem Leben zu tun hat.« Vermutlich nicht der richtige Weg: »Möchtest du Jesus kennenlernen und ihn um Vergebung deiner Sünden bitten?«
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Startpunkt 2: Offen für Spirituelles, verschlossen gegenüber der Institution. Das Schild sagt: »Ich bin spirituell, aber nicht religiös.« Vermutlich nicht der richtige Weg: »Möchtest du mal mit in die Kirche kommen?«

Wenn wir Menschen ermutigen wollen, mit dem richtigen Fuß loszugehen, müssen wir ein paar neue Wege markieren. Der erste Startpunkt verlangt von uns, mit dem Wecken von Neugier zu beginnen. Der zweite Startpunkt beginnt damit zu zeigen, dass spirituelle Sehnsüchte tatsächlich auf das Verlangen hinweisen, Gott und die Person von Jesus zu kennen.

Die Startpunkte sind markiert. Und die Wege nach vorn? Das Ziel wird heute, von welchem Ausgangspunkt auch immer, selten über die ausgetretenen Pfade von Logik und Argumenten erreicht. Stattdessen scheint die persönliche Erfahrung der Wahrheit die Route zu sein, die sich am leichtesten gehen lässt.

Wer seine Gemeinde dafür ausrüsten will, muss Fragen beantworten wie: Wo startet unsere Kultur gerade, und warum? Welche Fragen stellen Menschen heute (und welche stellen sie gerade nicht)? Wie entscheiden Menschen, was wahr ist? Kann man Neugier wecken? Und wie wird aus einer spirituellen Erfahrung eine Begegnung mit Jesus?


Wenn wir Christen inspirieren und ausrüsten, ihren Glauben weiterzugeben: Ja, lasst uns mutig sein. Aber lasst uns auch die Mühe machen, die Landschaft zu verstehen. Es könnte sein, dass es das nächste Mal, wenn du vom Parkplatz zur Mission aufbrichst, besser ist, rechts abzubiegen statt links.

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Lasst uns mutig sein. Aber lasst uns auch die Mühe machen, die Landschaft zu verstehen.

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In Zusammenarbeit mit Start to Stir. Original von Darin Stevens: »Why Challenging your Church to Be Bolder Isn't Enough«. Deutsche Übersetzung: Andy Fronius (Pulse-Team).