Wir wollen dir weiter Ideen geben, wie du in Alltagsgesprächen geistliche Neugier wecken kannst. Zuletzt ging es darum, wie Sehnsüchte rund um das Leben nach dem Tod die Seele in Bewegung bringen und wie das Gespräch weitergeht, wenn jemand sagt: »Ich glaube an die Wissenschaft«.
Als unsere Töchter jünger waren, drehte sich mein Leben um unsere örtliche Grundschule und das zweimal tägliche Ritual des Schulwegs. Teil unserer Nachbarschaft zu sein, gehört wesentlich zu dem Leben, zu dem Gott uns berufen hat. Ich hatte nach der Schule im Park so einige Gespräche mit Müttern und Freundinnen, die für sich entschieden hatten: »Ich komme gut ohne Gott klar. Ich kann nicht an Gott glauben, weil zu viel Schlimmes in der Welt passiert.«
Wir wissen: Auch du stößt auf solche Sätze. Manchmal bist du vielleicht versucht, das Gespräch zu beenden und von einer verschlossenen Tür auszugehen. Aber wir glauben: Es ist möglich, das Gespräch am Laufen zu halten und geistliche Neugier zu wecken.
Beginne zuerst mit dem, worin ihr euch einig seid. Bestätige, dass auch dich traurig macht, wie kaputt unsere Welt ist. Aber führe das Gespräch dann auf die Ebene der Sehnsüchte und Wünsche, und stelle eine Frage. Du könntest sagen:
»Ich sehe, dass du erwartest, dass die Welt gut ist und Menschen freundlich zueinander sind. Was denkst du: Woher kommt dieser Wunsch?«
Die Rolle der Erfahrung ist für diese Generation riesig, und ein Teil unserer Aufgabe als Christen ist es, behutsame Wege zu finden, diese Frage aufzuwerfen: »Welche Art, die Welt zu verstehen, ergibt am meisten Sinn angesichts dessen, was du erlebst und was dir wichtig ist?«
Denk daran: Wenn Menschen nur Körper und Gehirne sind, dann ist die treibende Kraft die natürliche Auslese. Die Starken und besser Angepassten überleben, die Schwachen und schlechter Angepassten sterben. Aber so, finden wir, sollte das Leben nicht laufen, für niemanden! Das passt nicht zu unserer Sehnsucht nach Gerechtigkeit für die Schwächsten unserer Gesellschaft.
Wenn wir die Position vertreten, dass es nichts Geistliches gibt, nur natürliche Kräfte und physische Materie, dann müssten wir eine zufällige, chaotische Welt erwarten. Es dürfte uns nicht überraschen, wenn Schlimmes passiert und Menschen ihr Schlechtestes geben. Und doch überrascht es uns jedes Mal.
Du kannst das Gespräch weiterführen, indem du sagst: »Ich glaube, dein Wunsch, dass die Welt gut ist und die Schwachen Gerechtigkeit erfahren, ist geistlich: eine Sehnsucht, die sich durch physische Erklärungen allein nicht erklären lässt.«
Gerechtigkeit in Alltagsgesprächen
Wir haben eine Freundin, für die das »Neugier wecken« neu ist. Vor Kurzem schrieb sie uns dieses sehr praktische Beispiel aus einem Gespräch:
»Ich hatte heute Nachmittag wieder ein tolles Gespräch mit einer Freundin. Es ging um 13-jährige Mädchen und ihre Freundschaftsdramen. Sie haben so ein feines Gespür für Fairness, oder? Ich durfte teilen, dass dieses Empfinden für Ungerechtigkeit und ihre Sehnsucht danach, dass die Welt gut ist und Menschen freundlich zueinander sind, eine geistliche Antwort auf ihre Situation ist.«
Danach bekam unsere Freundin sogar die Gelegenheit zu erzählen, wie ihr das Christsein hilft, durch manche knifflige Erziehungssituation zu navigieren und ihre Kinder zu führen. Genau solche Gespräche wollen wir doch alle führen!
Wie geht unsere Freundin also vor, wenn sie Neugier weckt?
Erstens findet sie gemeinsamen Boden: Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit teilen alle Menschen, ob 13 oder 31. Zweitens deutet sie diese Sehnsucht nach Gerechtigkeit als etwas, das aus der Seele kommt. Sie macht klar: Das ist ein Hinweis auf unsere wahre geistliche Natur.
Mit ihren eigenen Worten gibt unsere Freundin ihren Freundinnen weiter: Wir sind mehr als nur Körper und Gehirn. Wir sind mehr als DNA auf der Suche nach Überleben, mehr als Konsumenten auf der Suche nach Vergnügen. Wir sind geistliche Wesen auf der Suche nach Gerechtigkeit, sogar 13-jährige Mädchen.
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In Zusammenarbeit mit Start to Stir. Original von Joy Stevens: »Stirring Using Longings for a Just and Kind World«. Deutsche Übersetzung: Andy Fronius (Pulse-Team).

