Teil der Reihe »Coaching-Gespräche«: Lerne, Fragen zu stellen, die das Gespräch am Laufen halten.

»Warum gibt es das Christentum im 21. Jahrhundert überhaupt noch? Bisschen rückständig, an das Übernatürliche zu glauben.«

Menschen sind am mutigsten, wenn sie sich hinter ihren Bildschirmen verstecken, deshalb begegnet uns diese Art Frage auf unseren Social-Media-Kanälen. Im echten Leben sind vermutlich nicht viele deiner Freunde und Verwandten mutig genug, dir diese Frage ins Gesicht zu stellen. Aber wir alle fragen uns manchmal, ob sie genau das denken.

Wenn die Wissenschaft gegen das Christentum ausgespielt wird: Wie können wir auf Einwände so antworten, dass das Gespräch weitergeht und vielleicht sogar Neugier entsteht?

Oft sagen dir Menschen in Gesprächen über Gott oder den Glauben sofort: »Ich glaube nicht an Gott, wegen der Wissenschaft.« Manche haben ein ausgereiftes Weltbild, nach dem die Wissenschaft alles erklären kann (Spoiler: kann sie nicht). Aber die meisten Menschen, denen wir begegnen, tragen einen eher ungeformten Glauben an den Naturalismus in sich: Alles im Universum ist durch natürliche Ursachen entstanden, übernatürliche Ursachen kann man also ausschließen. Dazu kommt sein Gegenstück, der Materialismus: Nur physische Materie ist wirklich.

Ist es möglich, in solchen Situationen Neugier zu wecken, statt in eine Sackgasse zu laufen? Ohne das Gefühl, über die Existenz Gottes debattieren zu müssen oder beweisen zu müssen, dass Wissenschaft und Glaube kein Widerspruch sind? So lief neulich ein Gespräch:

»Ich glaube nicht, dass Menschen geistliche Wesen sind. Ich denke, unsere Gedanken und Gefühle sind einfach die Chemie in unserem Körper. Eine höhere Form der Evolution«, sagte ein Jugendlicher, während wir nach dem Jugendtreff die Stühle wegräumten.

»Kann sein«, sagte ich. »Aber glaubst du, dass es an uns Menschen irgendetwas gibt, das ECHT ist, aber nicht physisch? Vielleicht unsere Liebe zu einem anderen Menschen, die ja ein Gefühl ist? Oder unsere Erinnerungen, oder sogar unsere Entscheidungen?«

Diese Frage kann das Gespräch wieder öffnen. Sie deckt auf, dass wir als Menschen alle Dinge erleben, die echt sind, aber nicht physisch. Wir wollen, dass Liebe und Schönheit und unsere Entscheidungen echt sind: nicht vom Zufall diktiert und nicht fest in uns verdrahtet zum Zweck des Überlebens. Wir wollen wissen, dass unser Leben etwas bedeutet, dass es einen Sinn hat. Diese Sehnsüchte kommen aus der Seele. Und sie sind ein Hinweis darauf, dass es etwas gibt, vielleicht sogar jemanden, der größer ist als wir selbst und nach dem sich unsere Seele sehnt.

Tipps: So weckst du geistliche Neugier

  • Nimm die HALTUNG eines Lernenden ein
  • WECKE NEUGIER auf unsere Sehnsüchte, die die Wissenschaft nicht ausreichend erklären kann
  • VERWEISE AUF GLAUBWÜRDIGE STIMMEN in der Kultur, die über ihren Glauben an Gott sprechen
  • STELLE GUTE FRAGEN
  • DEUTE die Sehnsüchte der Menschen als etwas, das aus der Seele kommt
  • BETE für Menschen und mit Menschen
  • Sieh Evangelisation als PROZESS

💬
Wir alle erleben Dinge, die echt sind, aber nicht physisch. Diese Sehnsüchte kommen aus der Seele.

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In Zusammenarbeit mit Start to Stir. Original von Darin Stevens: »How to Keep the Conversation Going When Friends Say ›I believe in Science‹«. Deutsche Übersetzung: Andy Fronius (Pulse-Team).