Die Teenager von heute brauchen dich.

Ja, dich.

Die Zahl der Gen-Alpha-Jugendlichen, die sagen, sie hätten niemanden, dem sie vertrauen, wenn sie etwas über sich selbst herausfinden wollen, ist fünfmal so hoch wie die Zahl derer, die sagen, sie würden mit einem Glaubensverantwortlichen darüber reden.

Verantwortliche wie du fragen uns beim FYI immer wieder: Was ist heute anders an Teenagern, und wie sollten wir darauf reagieren? Um das herauszufinden, hat unser Team eine neue Studie gestartet: wie die Generation Alpha (geboren ab 2010) Identität, Zugehörigkeit, Sinn, Glaube und Spiritualität erkundet.

Was wir fanden, war auffällig: Während die Familie für viele eine wichtige Stütze ist, gibt es eine spürbare Gruppe von Teenagern, die das Gefühl haben, außerhalb ihrer Familie keinen vertrauten Erwachsenen zu haben. Bei nicht-religiösen Teenagern (den »Nones«) ist das noch ausgeprägter; sie sagen häufiger, dass es niemanden gibt, der ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit gibt, und keinen Erwachsenen, der ihre Gedanken und Gefühle ernst nimmt.

Wie können Verantwortliche in der Jugendarbeit Vertrauen zu Gen-Alpha-Teenagern aufbauen?

Die Gen-Alpha-Teenager von heute sind es leid, zwischen die Fronten von Erwachsenenkonflikten zu geraten oder emotionale Lasten tragen zu sollen, die nicht ihre sind. Unsere Forschungsdaten zeigten, dass Teenager Erwachsene besonders schätzen, deren Handeln zu ihren Werten passt und die zeigen, dass sie integer leben. Sie wollen Erwachsene, die ihre Sicht respektieren, auch wenn sie anderer Meinung sind, nicht Erwachsene, die jede Diskussion gewinnen müssen. Auf die Frage, was ihnen helfen würde, mit Erwachsenen über Glauben zu sprechen, war eine große Hürde die Angst, verurteilt zu werden, wenn sie Zweifel oder eine andere Sichtweise äußerten.

Die Generation Alpha sucht keine Erwachsenen, die sich perfekt geben. Sie sucht Erwachsene, die zuhören, ohne zu urteilen, und bereit sind, ehrlich mit ihnen um die schweren Dinge zu ringen.

Ein Jugendlicher brachte es schlicht auf den Punkt:

»Gemeindeleiter sollten sich mehr mit jungen Leuten beschäftigen. Sei aktiv, offen und ansprechbar. Sie sollten mit uns reden, nicht von oben herab.«

Ehrlichkeit gegenüber Teenagern heißt nicht, seinen Ärger über die Gemeindeleitung mit einem Jugendlichen aus der Kleingruppe zu verarbeiten, einen Teenager als Resonanzboden für die eigene Glaubenskrise zu benutzen oder Jugendliche vor die Wahl zu stellen zwischen dir und einem anderen Erwachsenen, einer anderen Arbeit oder theologischen Position. Gesunde Echtheit gegenüber Teenagern heißt vielmehr, Folgendes zuzugeben:

  • »Ich lerne selbst noch, wie ich darüber denken soll, und hier ist, was ich lese, bete und mit weisen Menschen bespreche. Was denkst du?«
  • »Früher bin ich mit diesem Thema schlecht umgegangen. Das tut mir leid, und ich versuche, es besser zu machen.«
  • »Es gibt gläubige Christen, die hier anderer Meinung sind. Lass uns gemeinsam in die Bibel schauen, und ich halte deine Fragen mit aus.«

Die Generation Alpha stößt sich nicht an Erwachsenen, die ringen. Sie ist misstrauisch gegenüber Erwachsenen, die keine Verletzlichkeit zeigen. Verletzliche Mentoren sagen nicht: »Lass mich dir zeigen, wie man unerschütterlich wird.« Sie sagen: »Lass mich dir zeigen, wie ich immer wieder zu Jesus zurückkehre, wenn ich erschüttert bin.«

In unserer Forschung gaben uns überzeugte, engagierte christliche Teenager einen Eindruck davon, was möglich ist, wenn Erwachsene das richtig machen. Ein Jugendlicher beschreibt seinen Jugendpastor so:

»Jemand, der mich wirklich versteht, ist mein Jugendpastor. Neulich waren wir zusammen ein Eis essen, sind spazieren gegangen und haben einfach geredet. Und das Coole ist, dass wir sofort in tiefe Themen einsteigen. Wir können über fast alles reden. Nichts bleibt wirklich an der Oberfläche; man fühlt sich ernst genommen. Man fühlt sich unterstützt, als ob nichts, was man sagt, verloren geht und alles wichtig ist.«

Achte darauf, was dieser Gen-Alpha-Teenager benennt:

  • Präsenz (Eis, Spazierengehen, unaufgeregte Zeit).
  • Tiefe (sie steigen »sofort in tiefe Themen« ein).
  • Bestätigung (»nichts, was man sagt, geht verloren«).

Das ist Beziehung, die zählt. Sie beruht nicht auf perfekten Antworten, sondern auf tiefer, aufmerksamer Präsenz.

Die digitale Ebene: echt sein mit Teenagern in einer hybriden Welt

Die Generation Alpha lebt an der Schnittstelle von Online- und Präsenzräumen, was ihr Leben von vornherein hybrid macht. Das schließt ihre Spiritualität ein. Unser Bericht hält fest:

  • Etwa jeder dritte Teenager sagt, er lerne mehr online als im persönlichen Kontakt über Glaube oder spirituelle Themen.
  • Rund jeder vierte sagt: »Mein Glaube hat sich durch Dinge verändert, die ich online gelernt, oder durch Menschen, die ich online getroffen habe.«

Die Generation Alpha sucht Antworten online, und doch sehnen sich viele nach echten Glaubensbeziehungen in der realen Welt:

»Ich habe eine Bibel-App, aber ich glaube, das meiste an meinem Glauben passiert persönlich. Ich bin nicht gern viel an Technik, weil es sich einfach künstlich anfühlt, weißt du? Es fühlt sich nicht so an wie echte menschliche Verbindung. Und ich glaube, die menschliche Verbindung zwischen den Leuten in meiner Gemeinschaft ist für meinen Glauben viel wichtiger.«

Diese hybride Wirklichkeit erhöht den Einsatz bei der Echtheit. Teenager beobachten die Erwachsenen, die sagen, dass sie sich kümmern, online wie offline. Es ist wichtig, dass wir uns fragen:

  • Passen unsere Posts, Kommentare und öffentlichen Reaktionen zu der Person, die sie im echten Leben erleben?
  • Sind wir bereit, darüber zu sprechen, wie wir selbst mit Social Media, Angst und Vergleich umgehen, statt ihnen nur zu sagen, wie sie es tun sollen?
  • Sprechen wir Themen an, die allen jungen Menschen in unseren Gemeinschaften wichtig sind?

Wie können Verantwortliche also die fürsorglichen Begleiter sein, die Gen-Alpha-Teenager wirklich wollen?

Hier sind sechs Wege, wie du Präsenz, Tiefe und Bestätigung schenken kannst, wenn du an und mit den Teenagern von heute arbeitest:

1. Werde neugierig, bevor du korrigierst.
Wenn du etwas hörst, das du nicht verstehst, sag einfach: »Erzähl mir mehr.« Und dann hör tief zu. Neugier ist eine ganz konkrete Weise, die Würde eines Teenagers zu ehren.

2. Hak nach, wenn sie sich öffnen.
Wenn ein Jugendlicher eine wichtige Prüfung, ein Spiel oder eine familiäre Situation erwähnt, schreib es dir auf und frag beim nächsten Mal danach. Nachfragen sagt leise: »Du bist mir wichtig. Ich sehe dich.«

3. Sei verlässlich. Und wenn du es nicht warst, kläre die Beziehung.
Wenn du sagst, du bist da, dann sei da. Und wenn du unvermeidlich etwas verpasst (weil keiner von uns perfekt ist!), benenne es, entschuldige dich und mach einen Plan, es besser zu machen. Das ist verletzliche Integrität.

4. Respektiere ihre Sicht, auch wenn du anderer Meinung bist.
Sag es ausdrücklich: »Du musst nicht meiner Meinung sein, damit ich dich liebe, stolz auf dich bin oder in Beziehung mit dir bleibe.«

5. Benenne deinen eigenen Lernweg.
Erzähl altersgerecht, wie dein Glaube in letzter Zeit gewachsen ist, wo sich dein Verständnis verschoben hat und wie du Weisheit gesucht hast, als du mit der Bibel oder mit kulturellen Fragen gerungen hast.

6. Stell Fragen, die zu Ehrlichkeit einladen.
Hier sind einige, die du ausprobieren kannst:

»Erzähl mir von einer Situation, in der du das Gefühl hattest, dass ein Erwachsener dir zuhörte, ohne zu urteilen. Was hat er getan?«
»Welche eine Frage wünschst du dir, dass Erwachsene sie dir nicht mehr stellen? Und welche eine wünschst du dir öfter?«
»Wie kann ich dich besser unterstützen?«

Das sind keine Strategien, um verletzlich zu »wirken«; es sind Übungen, die von uns verlangen, tatsächlich verletzlicher, geerdeter und Christus ähnlicher zu werden.

Fang heute an, mit den Gen-Alpha-Teenagern in deinem Leben in Kontakt zu kommen

Alles in allem ist die Geschichte der Generation Alpha noch nicht auserzählt. Genauso wenig die Geschichte der Erwachsenen, die sie begleiten werden. Die gute Nachricht ist: Wir müssen uns nicht zu einem super-coolen, immer präsenten spirituellen Influencer neu erfinden, um für diese Generation etwas zu bedeuten. Tatsächlich ist das vielleicht genau das, was sie nicht wollen.

Sie bitten um etwas anderes:

  • Erwachsene, die zuhören, ohne zu urteilen.
  • Erwachsene, deren Leben stimmig genug ist, dass gilt: »Was du siehst, das bekommst du.«
  • Erwachsene, die neugierig und offen sind für das Leben junger Menschen mit all seiner Vielschichtigkeit.
  • Erwachsene, die bereit sind, offen und ehrlich mit schweren Themen zu ringen, ohne den Teenagern die Last dieser Kämpfe aufzubürden.
  • Erwachsene, die immer wieder auftauchen und jungen Menschen das Gefühl geben, dass nichts, was sie sagen, »verloren geht«.

Die Generation Alpha braucht keine perfekten Mentoren. Sie braucht präsente, ehrliche und hoffnungsvolle.

Und durch Gottes Gnade ist das etwas, das wir werden können.

Das könnte dir auch helfen

In Zusammenarbeit mit Fuller Youth Institute. Original von Dr. LaTasha Nesbitt: »How to Be Real: 6 Tips for Connecting with Today's Gen Alpha Teens«. Deutsche Übersetzung: Andy Fronius (Pulse-Team).