Nutze die Elemente (erlebnispädagogische Aktivität, Film, Bibelarbeit, Gruppenvertrag und ausgiebige Reflexionszeit), um mit deinen Jugendlichen interaktiv und vertiefend darüber ins Gespräch zu kommen, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, dass Mobbing in der Gruppe keinen Raum bekommt.
Gruppenstunde »Wie wir Mobbing den Nährboden entziehen«. UNSPLASH+
Die unten beschriebenen Elemente bieten Möglichkeiten, sich mit dem Thema der Gruppenstunde auf unterschiedliche Weise zu befassen. Es ist dir überlassen, ob du alle Elemente oder nur eines davon einsetzt. Es sind Werkzeuge für dich – du entscheidest, wie du sie einsetzt. Wichtig ist:
Sei flexibel und passe die Aktivitäten der Gruppendynamik und deinem Zeitbudget an. Du wirst nicht alle Elemente in einer Gruppenstunde unterbringen können.
Achte darauf, dass alle Teilnehmer einbezogen werden und sich wohlfühlen.
Biete genügend Raum für persönliche Reflexion und betone die Bedeutung von ehrlichem und offenem Feedback.
Sei sensibel für emotionale Reaktionen, besonders wenn es um persönliche Themen geht.
Erlebnispädagogische Aktivität »Ball der bösen Worte«
Die Teilnehmer sollen verschiedene »böse Worte« (Schimpfwörter, Beleidigungen) aufzählen, die bspw. an ihrer Schule oder zu Hause gesagt werden oder die sie sonst kennen. Jede einzelne Aussage wird auf ein separates Papier geschrieben.
Die einzelnen Zettel werden zerknüllt und mit Klebeband zu einem (Spiel-)Ball zusammengeklebt.
Die Teilnehmer stellen sich im Kreis auf. Zwei Teilnehmer gehen in die Mitte. Die Gruppe passt sich den Ball zu und versucht die eine Person in der Mitte zu treffen. Die andere Person jedoch versucht den Ball abzuwehren und damit die andere Person zu schützen. Wichtige Regel: Nicht auf Kopfhöhe zielen.
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Tipp: Beobachte die Interaktionen und mache dir Notizen für die spätere Reflexion
Reflexion
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Wie war das Spiel für die Gruppe, die sich den Ball zugespielt und geworfen hat?
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Wie war das Spiel für diejenige Person, auf die geworfen wurde?
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Wie war es für diejenige Person, welche sich schützend dazwischengestellt hatte?
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Wo habt ihr solche oder ähnliche Situationen im Alltag schon erlebt?
In der Regel kommt die Gruppe selbst darauf, dass es genau so auch in Situationen läuft, die sie kennen. Es tut manchmal weh, wenn ein Ball einen trifft und so ist es auch mit den bösen Worten. Jemanden zu schützen kann anstrengend sein, während es einfach ist, sich nur den Ball zuzuspielen oder auf andere zu werfen.
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Tipp: Vielleicht kommen dir auch Fragen, die für deine Gruppe besser geeignet sind, passe sie dann an.
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Beim Mobbing gibt es folgende Rollen: Täter, Mitläufer, die den Täter unterstützen, Opfer, Zuschauer und diejenigen, die wegschauen. Was glaubt ihr, warum sich manche Menschen bei Mobbing als Täter oder Mitläufer verhalten? Und warum schauen manche lieber weg?
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Was glaubt ihr, wie sich jemand fühlt, der gemobbt wird? Könnt ihr euch in diese Person hineinversetzen?
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Was glaubt ihr, welche langfristigen Auswirkungen Mobbing auf die Opfer, die Täter und die gesamte Gruppe hat?
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Habt ihr schon einmal jemanden unbeabsichtigt verletzt? Was würdet ihr heute anders machen?
Tipp: Vertiefe das Video in Kleingruppen. Mit dem Diskussionsführer des SCM Verlag kannst du den Film mit anderen Schwerpunkten reflektieren und vertiefen.
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Welche Szenen oder Aussagen sind dir besonders hängen geblieben? Was genau hat diese Szene oder Aussage in dir bewegt oder was verbindest du damit?
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Was glaubt ihr, wie Will sich gefühlt hat, als er Teil der Freakshow im ersten Zirkus war?
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Der Schausteller beschrieb Will als »den Mann, dem Gott selbst den Rücken gekehrt hat«. Was denkt ihr, hat diese Aussage mit Will gemacht?
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Als Mr. Mendez die Freakshow besucht und Will begegnet, sagt er »Du bist wunderbar«. Daraufhin spuckt Will ihn an. Warum denkt ihr, hat er Mr. Mendez angespuckt?
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Wie hat sich Will verändert, nachdem er dem »Butterfly Circus« beigetreten ist? Was denkt ihr, hat zu seiner Veränderung beigetragen? Wie entdeckte er seine Stärke?
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An wen oder was erinnert euch Mr. Mendez? Was fällt euch sonst noch an Mr. Mendez auf in dem, wie er mit anderen umgeht?
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Die Liebe und Freundlichkeit von Mr. Mendez hat Will und die anderen Artisten des »Butterfly Circus« zu anderen Menschen gemacht. Wo habt ihr das im Leben anderer beobachtet? Wo habt ihr das in eurem eigenen Leben erlebt?
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Will hat seine Stärken/Talente gezeigt und war dadurch eine große Ermutigung für die anderen und hätte nie gedacht, dass er dadurch andere inspirieren kann. Gibt es eine Stärke, die ihr gerne zeigen würdet, aber bisher nicht zeigen konntet?
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(Stelle diese Frage, wenn du die Gruppenaktivität nicht durchführst) Wie können wir dafür sorgen, dass unsere Gruppe nicht zu einer Freakshow wird, sondern dem »Butterfly Circus« gleicht, wo die individuellen Stärken jeder Person hervorgehoben werden und andere ermutigt werden, diese zu entdecken?
Bibelarbeit
⏱ 10 Minuten
📖 Lies Sprüche 17,17: »Ein guter Freund steht immer zu dir, ein Bruder ist in Zeiten der Not für dich da.«
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Was meint ihr, wie könnt ihr zu »Brüdern« oder »Schwestern« (wie Mr. Mendez und den Artisten des »Butterfly Circus«) für diejenigen werden, die sich ausgeschlossen fühlen und gemobbt werden (Will)?
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Glaubt ihr, dass ihr als Einzelperson etwas ändern könnt, wenn ihr Mobbing beobachtet? Wie?
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Wenn ihr oder jemand, den ihr kennt, von Mobbing betroffen wäre, an wen würdet ihr euch wenden? Kennt ihr Anlaufstellen oder Personen, die helfen können?
Gruppenaktivität – Gruppenvertrag
⏱ 15+ Minuten
Denkt nochmal an die Freakshow zurück. Dort flogen jeden Tag böse Worte auf Will zu, die sein Selbstbild negativ geprägt haben, dass selbst die Aussage von Mr Mendez »Du bist wunderbar« eine Gegenwehr auslöste.
Setzt euch zusammen (2er- oder 3er-Gruppen) und diskutiert:
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Wie können wir dazu beitragen, dass unsere Gruppe nicht zu einer Freakshow wird, sondern dem »Butterfly Circus« gleicht, wo die individuellen Stärken jeder Person hervorgehoben werden und andere ermutigt werden, diese zu entdecken? Was denkt ihr, brauchen wir dafür?
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Wie kann jede/r Einzelne von uns dazu beitragen, dass in unserer Gruppe nicht gemobbt wird, es auch keinen Platz hat und wir wertschätzend miteinander umgehen?
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Trage die Ideen der Gruppen zusammen. Dann ermutige die gesamte Gruppe, die Ideen so konkret wie möglich zu formulieren, dass ihr am Ende eine Art Gruppenvertrag habt. Wie z.B. ✓ Wir werden immer einschreiten, wenn wir Mobbing sehen. Wir greifen direkt ein oder holen uns Rat bei einem Erwachsenen. ✓ Wir verpflichten uns, niemanden auszugrenzen und werden immer versuchen, inklusiv zu sein. ✓ Wir werden unsere eigenen Worte sorgfältig wählen und nie absichtlich jemanden verletzen.
Damit es noch stärker von jedem Einzelnen verinnerlicht wird, könnt ihr die Aussagen auch in Ich-Form aufschreiben.
Machen wir uns für die Schwachen stark, entziehen wir Mobbing den Boden, von dem es sich ernährt. Der Nährboden ist: es wird mitgemacht, man schaut passiv zu, es wird keine Hilfe geholt.
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