Hauptgedanke: Dass fast jeder schon mal »nach oben« gerufen hat, ist kein Zufall: Gott ist keinem von uns fern. Die Verbindung wird fest, wenn wir anfangen, mit ihm zu reden.
Leitvers: »Er wollte, dass sie nach ihm fragen, dass sie sich bemühen, ihn irgendwie zu finden, obwohl er keinem von uns wirklich fern ist.« (Apostelgeschichte 17,27 NeÜ)
Bibeltext: Apostelgeschichte 17,22-28 · Dauer: ca. 45 Minuten (Kurzversion 15 Minuten) · Alter: ab 14

Hinweis für Jugendleiter

Fast jeder Mensch hat schon einmal gebetet, auch ohne an Gott zu glauben. Diese Gruppenstunde geht von genau dieser Erfahrung aus. Sie startet nicht bei einer biblischen Aussage, sondern bei etwas, das alle im Raum kennen, und deutet es erst danach. Das Ziel ist, dass die Jugendlichen ihre eigene Erfahrung mit Gebet ernst nehmen, darüber ins Nachdenken kommen und sich darauf einlassen, Gebet eine Woche lang regelmäßig auszuprobieren.

Rechne damit, dass jemand sagt: »Ich habe gebetet, und es ist nichts passiert.« Die Bibel selbst ist voll von solchen Gebeten (Psalm 13 beginnt mit »Wie lange noch, Herr?«), und Jesus hat im Garten Gethsemane um etwas gebeten, das er nicht bekommen hat.

Das Video spricht von einer »höheren Macht«. Übernimm diesen Ausdruck in der ersten Gesprächsrunde, damit Suchende sich angesprochen fühlen. Erst in der Vertiefung sprichst du von Gott, wie die Bibel ihn beschreibt.

Es ist dir überlassen, ob du alle unten beschriebenen Elemente einsetzt oder nur eines davon. Sie bieten die Möglichkeit, sich mit dem Thema der Gruppenstunde auf unterschiedliche Weise zu befassen. Es sind Werkzeuge für dich. Du entscheidest, wie du sie einsetzt. Wichtig ist:

  • Sei flexibel und passe die Aktivitäten der Gruppendynamik an.
  • Achte darauf, dass alle Jugendlichen einbezogen werden und sich wohlfühlen.
  • Sei sensibel für emotionale Reaktionen, besonders wenn es um persönliche Themen geht.
⏱️
Kurzversion (15 Minuten): eine Icebreaker-Frage (2 Min.), Video (5 Min.), zwei Fragen aus dem Gespräch, zum Beispiel »Hast du schon mal gebetet?« und »Hat die höhere Macht Interesse an dir?« (6 Min.), Next Step (2 Min.). Experiment und Vertiefung fallen weg; die Frage aus der Vertiefung kannst du als Hausaufgabe mitgeben.

Icebreaker-Fragen

⏱️ 5 Minuten

Stell zwei oder drei dieser Fragen in die Runde, kurze Antworten reichen.

Sprachnachricht oder Anruf, was machst du eher, und warum?
Wen rufst du als Erstes an, wenn richtig was schiefgeht oder du Hilfe brauchst?
Wann hast du zuletzt innerlich »bitte, bitte, bitte« gedacht? Was war los? (Klausur, Spielstand, Handy oder Schlüssel verloren.)
An wen ging das »bitte«? Kannst du dich noch erinnern?

Video

⏱️ 5 Minuten

🎒
Material: Beamer oder großer Bildschirm, Bluetooth-Box, Video

Im Video werden zwischendurch Fragen eingeblendet, die zum Nachdenken anregen sollen. Die kannst du im Gespräch später aufgreifen, wenn es passt:

  • Warum haben fast alle von uns schon mal gebetet, auch wenn wir nicht glauben oder nicht sicher sind, ob wir glauben?
  • Warum suchen wir Hilfe jenseits von uns selbst?
  • Könnte das ein Hinweis darauf sein, dass wir spirituell sind?
  • Warum beten wir?
  • Warum sehnen wir uns danach, mit einer höheren Macht in Kontakt zu treten?

Gespräch

⏱️ 15 Minuten

Warum, denkt ihr, beten viele Menschen, auch diejenigen, die nicht glauben oder nicht sicher sind, ob sie glauben?
Warum sehnen wir Menschen uns danach, mit einer höheren Macht in Kontakt zu treten?
Hast du schon mal gebetet? Magst du erzählen, wie das war?
Was hat dich dazu gebracht? Was hast du dir davon erhofft?
Was hast du dabei gefühlt oder erlebt? Hat sich was verändert, in dir oder in der Situation?
Wenn du eine Reaktion auf dein Gebet hattest, wie hast du sie eingeordnet? Zufall, Einbildung, Antwort?
Glaubst du, dass die höhere Macht (Gott, das Universum, eine andere Gottheit), mit der du geredet hast, Interesse an dir und deinem Leben hat? Woran machst du das fest?

Wenn jemand sagt: »Ich habe noch nie gebetet«, frag nach: »Und ›bitte, bitte, bitte‹ vor der Klausur, zählt das?« Meistens entsteht daraus ein Gespräch darüber, wo Wünschen aufhört und Beten anfängt. Lass das offen, ihr müsst das nicht klären.

Bei einer größeren Gruppe (ab etwa zwölf) lass die ersten drei Fragen zu zweit besprechen und hol dann zwei, drei Stimmen ins Plenum.

Experiment »Eiswürfel angeln«

⏱️ 5 Minuten

🎒
Material: Schüssel mit kaltem Wasser, Eiswürfel, ein Wollfaden, ein Stock oder Stift als Angel, Salz

Vorbereitung
Faden an den Stock binden. Eiswürfel erst kurz vor dem Einsatz ins Wasser legen. Probier es vorher einmal zu Hause aus, damit du weißt, wie lange es bei deinem Salz dauert.

💡
Schau dir dieses Video vorher an.

Durchführung
Gib einem Freiwilligen die Schüssel mit dem Wasser und dem Eiswürfel, die Angel und das Salz mit der Aufgabe: »Hol den Eiswürfel aus der Schüssel, ohne ihn und den Faden mit deinen Händen zu berühren.« Lass die Gruppe mit Ideen helfen. Wenn sie nicht weiterkommen, leite sie Schritt für Schritt an: Faden auf den Eiswürfel legen, eine Prise Salz darüber streuen, etwa zehn bis zwanzig Sekunden warten, dann vorsichtig anheben. Der Eiswürfel hängt am Faden.

Wenn es nicht gleich klappt, lass den Freiwilligen es nochmal versuchen. Die Erfahrung des nochmaligen Probierens kannst du auch in der Übertragung einbinden.

Erkläre, was passiert: Das Salz lässt das Eis an der Oberfläche schmelzen, es bildet sich eine kleine Wasserpfütze um den Faden. Die friert wieder fest, weil der Würfel darunter noch kalt ist, und schließt den Faden mit ein.

Was war nötig, damit die Verbindung hält? (Kontakt, das Salz, Geduld, mehrere Versuche.)

Erkläre: Der Faden liegt schon auf dem Würfel, bevor irgendwas passiert. Die Bibel sagt, dass Gott jedem von uns nahe ist, ob wir es merken oder nicht (Apostelgeschichte 17,27-28; Jesaja 65,1). Die Verbindung wird aber erst fest, wenn von unserer Seite etwas dazukommt. Das ist das Gebet.

Vertiefung

⏱️ 10 Minuten

📖 Lies Apostelgeschichte 17,22-28

Paulus steht in Athen vor Leuten, die an alles Mögliche glauben und für alle Fälle sogar einen Altar für den »unbekannten Gott« haben. Er sagt ihnen nicht, dass ihr Suchen falsch ist. Er sagt, dass Gott es so eingerichtet hat, damit Menschen ihn suchen, und dass er »jedem von uns nahe« ist. Das Rufen nach oben, das fast jeder kennt, ist kein Zufall. Es ist in uns angelegt.

Warum haben Menschen schon immer Hilfe außerhalb von sich selbst gesucht, und warum tun wir das heute noch? Ist das ein Hinweis darauf, dass wir für eine Verbindung mit Gott geschaffen sind und Antworten und Glück nicht in uns selbst finden, wie es uns oft vermittelt wird, sondern bei Gott?

Nehmt diese Frage mit nach Hause und denkt mal darüber nach.

Next Step

⏱️ 2 Minuten

Dann habe ich noch eine Challenge für euch:

Wenn du nicht sicher bist, ob da jemand zuhört, mach für die nächsten sieben Tage ein Experiment. Nimm dir dafür jeden Tag eine Minute Zeit, gern auch mehr. Fang einfach an, mit Gott zu sprechen, und erzähl ihm, was gerade los ist. Wenn du dir unsicher bist, ob es ihn gibt, kannst du auch mit »Falls es dich gibt« anfangen. Dann beobachte eine Woche lang, ob sich irgendwas verändert, in dir oder um dich herum.

Wenn du mit Gott unterwegs bist, nimm dir jeden Tag eine Minute, gern auch mehr. Wähl eine Sache, die dir wichtig ist, und sprich jeden Tag mit Gott darüber. Dann beobachte, was in dir und um dich herum passiert.

Abschluss

⏱️ 2 Minuten

Schließe mit einem Gebet ab.

In Zusammenarbeit mit Start to Stir. Das Video gehört zur Reihe Soul Stirrers, deutsche Fassung: Pulse. Alle deutschen Videos: youtube.com/@starttostir_de.